Der Personalmanagementkongress 2026 in Berlin hat einmal mehr gezeigt: Künstliche Intelligenz ist längst kein Zukunftsthema mehr. Sie ist im Personalwesen angekommen – und mit ihr viele neue Chancen, aber auch viele neue Fragen.
Ich hatte die Freude, gemeinsam mit Lars Wolkenhauer auf der Bühne über genau diese Fragen zu diskutieren. Unser Panel trug den Titel:
„Was darf KI im Personalwesen – und was nicht? Debatte über Grenzen, Verantwortung und das neue Selbstverständnis von HR.“
Es war ein spannender Austausch mit vielen klugen Fragen aus dem Publikum. Gemeinsam haben wir darüber gesprochen, welche Aufgaben KI sinnvoll unterstützen kann, wo sie echte Mehrwerte schafft und warum HR gleichzeitig Verantwortung dafür trägt, bewusst Grenzen zu ziehen. Denn nicht alles, was technisch möglich ist, sollte auch automatisiert werden.
Neben unserem Panel habe ich viele weitere Vorträge besucht. Natürlich drehte sich vieles um KI und Digitalisierung. Gleichzeitig ging es um Führung, Transformation, Organisationsentwicklung und die Zukunft der Arbeit. Es waren viele spannende Impulse dabei und zahlreiche inspirierende Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen aus der HR-Community.
Eine Beobachtung ist mir dabei jedoch besonders im Kopf geblieben.
Ich habe das Gefühl, dass sich viele Personalverantwortliche aktuell in einer Phase der Orientierung befinden. KI ist überall präsent. Fast jedes Unternehmen beschäftigt sich damit. Doch die Frage, wie sich dadurch die Rolle von HR tatsächlich verändert, bleibt häufig offen.
Wie sieht das Personalwesen in fünf Jahren aus? Welche Entscheidungen sollten weiterhin von Menschen getroffen werden? Welche Kompetenzen werden künftig wichtiger als heute? Und welches Menschenbild wollen wir eigentlich bewahren, wenn KI immer mehr Aufgaben übernimmt?
Ich hatte stellenweise den Eindruck, dass wir viele spannende Ideen und Beispiele gesehen haben, aber noch vergleichsweise wenige Antworten darauf, wie daraus eine klare Richtung entsteht. Vielleicht ist genau das aber auch Ausdruck unserer Zeit: Wir befinden uns mitten in einem Wandel, dessen Zielbild wir gemeinsam erst noch entwickeln.
Für mich bleibt deshalb eine Erkenntnis besonders wichtig:
Die entscheidende Frage lautet nicht, was KI alles kann. Sondern wie wir sie so einsetzen, dass sie Menschen stärkt – und nicht ersetzt.
Vielen Dank an Lars Wolkenhauer für die gemeinsame Diskussion auf der Bühne sowie an alle Teilnehmenden für die offenen Fragen, Perspektiven und den wertvollen Austausch.
Wer tiefer in unsere Diskussion einsteigen möchte, findet hier meinen ausführlichen Rückblick auf das Panel:
https://marlowguttmann.de/personalmanagementkongress
Fachartikel: https://marlowguttmann.de/wp-content/uploads/2026/04/Tempo-ohne-Wuerdeverlust_Ethische-KI-im-Personalwesen.pdf
